4.2. Unser Bild vom Kind

Jedes Kind ist ein Individuum mit bestimmten Stärken und Schwächen und wird von uns so angenommen und wertgeschätzt wie es ist. Ein soziales Wesen, das aufs Du angelegt ist und bereits geprägt ist von seinem Elternhaus und der sozialen Umgebung, in die es hineingeboren wurde. Jedes Kind ist neugierig, wissbegierig, eigenständig und mitbestimmend. Kinder haben Lust die Welt zu entdecken, sie haben ein natürliches Neugier-Verhalten und Bewegung/Tätigkeit ist der Motor ihrer Entwicklung.

 

Zum Wohl des Kindes: Jedes Kind hat das Recht auf Erfüllung seiner Grundbedürfnisse. Die entwicklungsspezifischen Bedürfnisse brauchen besondere Beachtung.

 

Kinder werden von Geburt an als im ganzheitlichen Sinne aktiv Lernender gesehen. Vor allem im Austausch mit anderen Menschen gestaltet das Kind aktiv seine eigenen Lernprozesse. Kinder sind Handlungswesen. „Über die praktische Auseinandersetzung mit einem Problem und die aktive Bewältigung von Situationen gelingt es dem Kind, sich auch gedanklich damit auseinanderzusetzen.“ (aus Zukunft Kiga, Renate Zimmer)
 

Aber nur dort, wo das Kind Interesse hat, kann es im eigentlichen Sinne lernen und das Gelernte integrieren.

 

Voraussetzungen für das aktive Lernen aus eigener Initiative sind: Sicherheit, Geborgenheit, Zufriedenheit und Vertrauen. Daher brauchen Kinder sichere und stabile Beziehungen und Bindungen. Sie haben eine sehr hohe Bedeutung für eine positive Entwicklung und damit für erfolgreiches Lernen.

 

Damit selbständiges Lernen möglich wird, muss eine Umgebung gestaltet werden, die den momentanen Bedürfnissen und Bestrebungen des Kindes entspricht. Genaue Beobachtung und ein Wissen um die Abfolge der Entwicklungsschritte ist die Grundlage dafür.

 

Das Selbstwertgefühl beruht auf einem Gefühl der Zufriedenheit, das erst zustande kommt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Diese sind: das Zugehörigkeitsgefühl, das Individualitätsbewusstsein, das Bewusstsein von Stärke und das soziale Orientierungsmuster.
 

Geborgenheit: Atmosphäre des Wohlwollens und der Toleranz, durch liebevolle Zuwendung

Gemeinschaft/Zugehörigkeitsgefühl: angenommen sein, beitragen können

Achtung(svoll): Kind so annehmen wie es ist und das, was das Kind gerade macht ernst nehmen.