3.1.Die Eingewöhnung

Da der Start des Kindes in „seinem“ Kindergarten bedeutsam für den Verlauf der gesamten Kindergartenzeit ist, möchten wir ihm ermöglichen sich gut einzugewöhnen. Aus diesem Grund gewöhnen wir die Kinder nach dem „Berliner Modell (Anhang)“ ein.

 

Nach den Besuchstagen- in Hauptverantwortung der Eltern- die der räumlichen und personellen Orientierung dienen, startet die 3-tägige Grundphase. Die Bezugsperson (in der Regel ein Elternteil) kommt mit dem Kind zusammen in die Einrichtung- möglichst immer zur gleichen Zeit- und sie bleiben bleibt etwa 1 Stunde mit dem Kind.

 

Die Bezugsperson übernimmt die Rolle des „sicheren Hafens“ für das Kind, d.h. sie verhält sich möglichst passiv und bedrängt das Kind nicht, sich von ihr zu entfernen. Sie akzeptiert immer, wenn das Kind ihre Nähe sucht. Dabei lässt sie dem Kind ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen, damit das Kind das Gefühl hat, sie ist jederzeit für mich da.

 

Der Bezugserzieher versucht vorsichtig und ohne zu drängen, Kontakt aufzunehmen. Dies geschieht durch Spielangebote oder über eine Beteiligung am Spiel des Kindes. Weiterhin beobachtet er das Verhalten zwischen Bezugsperson und Kind, die Bedürfnisse des Kindes und seine Individualität.

 

In diesen ersten 3 Tagen findet kein Trennungsversuch statt.

 

Am 4. Tag findet der erste Trennungsversuch statt. Ist der 4.Tag ein Montag, wird dies auf den 5.Tag verschoben, da am Wochenende kein Kontakt mit dem Bezugserzieher stattgefunden hat.

 

Die Trennung geschieht mit dem Ziel, die vorläufige Dauer der Eingewöhnungsphase festzulegen. Einige Minuten nach der Ankunft im Gruppenraum verabschiedet sich die Bezugsperson vom Kind, verlässt den Raum und bleibt in der Nähe. Die Reaktion des Kindes auf die Trennung ist der Maßstab für die Fortsetzung oder den Abbruch dieses Trennungsversuches:

Reagiert das Kind gleichmütig und ist weiter an der Umwelt interessiert, wird die Trennung auf maximal 30 Minuten ausgedehnt. Dies gilt auch dann, wenn das Kind zu weinen beginnt, sich aber schnell und dauerhaft vom Erzieher beruhigen lässt. Wirkt das Kind jedoch nach dem Weggang der Bezugsperson verstört oder beginnt untröstlich zu weinen, muss sie sofort zurückgeholt werden.

 

Häufen sich Blick- und Körperkontakt mit der Bezugsperson und zeigt das Kind beim ersten Trennungsversuch heftiges Verlangen nach ihrer Rückkehr, ist dies ein Zeichen für die Notwendigkeit einer längeren Eingewöhnungszeit.

 

Daraus folgt, dass mit dem zweiten Trennungsversuch gewartet werden muss, denn das weitere Verlauf orientiert sich am Stand der Eingewöhnung.

 

Nach der Grundphase beginnt die Stabilisierungsphase. Bei unproblematischer Trennung versucht der Erzieher ab dem 4. Tag von der Bezugsperson die Versorgung des Kindes zu übernehmen. Dies beinhaltet die Hilfestellung beim Essen, Wickeln und das Angebot als Spielpartner. Die Bezugsperson überlässt es nun immer mehr dem Erzieher, auf die Signale des Kindes zu reagieren und hilft nur noch, wenn das Kind den Erzieher noch nicht akzeptiert.

 

Hat das Kind sich am 4. Tag vom Erzieher trösten lassen und gelassen auf die Trennung reagiert, sollte die Trennungszeit am 5. Tag ausgedehnt werden. Dabei ist die Anwesenheit der Bezugsperson in der Einrichtung am 5. und 6. Tag wichtig, damit sie bei Bedarf in den Gruppenraum geholt werden kann.

 

Wenn sich das Kind am 4. Tag nicht trösten lässt, nimmt die Bezugsperson am 5. und 6. Tag wieder am Gruppengeschehen teil. Je nach Verfassung des Kindes findet am 7. Tag ein neuer Trennungsversuch statt.

 

In der Schlussphase der Eingewöhnung hält sich die Bezugsperson nicht mehr in der Einrichtung auf, ist jedoch jederzeit telefonisch und zuverlässig zu erreichen.

 

Die Eingewöhnung ist stabilisiert, wenn das Kind die Erzieherin als „sichere Basis“ akzeptiert hat und sich von ihr trösten lässt. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Kind gegen den Weggang der Bezugsperson protestiert, sich jedoch schnell von der Erzieherin trösten lässt und anschließend in guter Stimmung spielt. Für die Dauer der Eingewöhnung planen wir sechs bis acht Wochen ein.

 

Während der gesamten Eingewöhnungsphasen werden die Bring- und Abholzeiten zuverlässig abgesprochen.

 

Nach sechs bis acht Wochen findet das Reflektionsgespräch der Eingewöhnung statt.

 

Die Eingewöhnung älterer Kinder findet in Anlehnung an dieses Modell statt.